Ablauf
Bauherrenmodell Ablauf: 6 Phasen von Beitritt bis Langfristvermietung
Von der ersten Sondierung bis zur Auflösung — alle Phasen mit Aufgaben, Zeitplan und Cashflow-Verlauf. Damit Sie wissen, was wann auf Sie zukommt.
Überblick: Die 6 Phasen eines Bauherrenmodells
Ein Bauherrenmodell läuft in klar definierten Phasen ab — von der ersten Kontaktaufnahme bis zur langfristigen Bewirtschaftung. Jede Phase hat ihre eigenen Aufgaben, Risiken und Entscheidungspunkte. Wer die Phasen kennt, kann besser beurteilen, in welchem Stadium ein Angebot steht und was noch vor ihm liegt.
- Phase 1: Sondierung und Angebotsprüfung (4–12 Wochen)
Sie erhalten ein Exposé oder werden auf ein Projekt hingewiesen. In dieser Phase prüfen Sie: Lage und Objektqualität, Prognoserechnung, Weichkosten-Quote, Anbieter-Bonität, steuerliche Einordnung durch Ihren eigenen Steuerberater. Kein Zeitdruck in dieser Phase — seriöse Anbieter geben ausreichend Zeit.
- Phase 2: Beitritt zur Miteigentümergemeinschaft (1–4 Wochen)
Nach positiver Entscheidung: Notartermin, Grundbucheintrag, Abschluss der Vereinbarungen mit der Miteigentümergemeinschaft. Sie werden als Miteigentümer eingetragen — das ist die rechtliche Grundlage der Bauherreneigenschaft.
- Phase 3: Bauherrenfunktion (Planungs- und Baugenehmigungsphase)
Als wirtschaftlicher Bauherr wirken Sie an wesentlichen Entscheidungen zum Gebäude mit. Das ist nicht nur Formalismus — fehlende Bauherrenbeteiligung kann die steuerliche Anerkennung gefährden. Typisch: Aufsichts-/Beiratsfunktion, Abstimmungen über wesentliche Bauentscheidungen.
- Phase 4: Bau- und Sanierungsphase (12–36 Monate)
Das Gebäude wird saniert oder errichtet. In dieser Phase entstehen die Aufwendungen, die die Abschreibungsbasis bilden. Die laufenden Kosten sind gering, da noch keine Mieteinnahmen fließen. Vom Steuerberater werden erste Vorauszahlungs-Anpassungen eingeleitet.
- Phase 5: Vermietungsphase — die Kernzeit (15–25 Jahre)
Das Gebäude wird vermietet. Jährlich werden Mieteinnahmen und Abschreibungen in der Steuererklärung verarbeitet. In den ersten ~15 Jahren entstehen steuerliche Verluste (die Kernzeit der Steuerersparnis). Danach überwiegen Überschüsse.
- Phase 6: Auflösung oder Weiterführung (ab Jahr 20+)
Nach Ablauf der vereinbarten Haltefrist kann die Miteigentümergemeinschaft entscheiden: Weiterführen (unverändert), Verkauf des Gesamtobjekts, oder Aufteilung in Eigentumswohnungen. Jede Option hat steuerliche Konsequenzen.
Was in der Sondierungsphase wirklich wichtig ist
Die meisten Fehler beim Bauherrenmodell werden in Phase 1 gemacht — durch Zeitdruck, unvollständige Unterlagen oder fehlende unabhängige Prüfung. Was Sie in dieser Phase zwingend prüfen sollten:
- Vollständige Prognoserechnung (nicht nur Kurzfassung)
- Weichkosten detailliert aufgeschlüsselt (nicht nur als Gesamtquote)
- Lage und Mikrolage des Objekts — vor Ort besichtigt, nicht nur Fotos
- Track Record des Bauträgers — frühere Projekte prüfen
- Unabhängige steuerliche Prüfung durch Ihren eigenen Steuerberater
- Kein Abschlussdruck — wer drängt, hat Interesse am Abschluss, nicht an Ihrer Rendite
Was im laufenden Betrieb zu tun ist
Viele Investoren unterschätzen den laufenden Verwaltungsaufwand. Als Miteigentümer sind Sie nicht passiv:
- Jährliche Abstimmungen in der Miteigentümergemeinschaft
- Steuererklärung: Vermietung und Verpachtung muss deklariert werden
- Prüfung der Haushalts- und Bewirtschaftungsberichte
- Dokumentation der Bauherreneigenschaft sicherstellen
Die meisten Anbieter stellen eine Hausverwaltung, die diese Aufgaben übernimmt. Die Qualität dieser Verwaltung ist ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor.
Zeitplan: Wann fließt welches Geld?
Typischer Cashflow-Verlauf (illustrativ)
| Zeitraum |
Auszahlung |
Einnahmen |
Steuerer-sparnis |
| Beitritt (J. 0) | -300.000 € | — | erste Vorab-AfA |
| Bauphase (J. 1–2) | — | — | ~4.000–6.000 € p.a. |
| Vermietung J. 3–15 | — | +7.000–12.000 € | +4.000–6.000 € |
| Nach AfA (J. 16+) | — | +8.000–14.000 € | geringer |
Alle Werte bei 300.000 € Investition illustrativ. Abweichungen je nach Projekt, Lage, Steuersatz.
In welcher Phase ist Ihr Projekt?
Wir erklären kostenlos, in welchem Stadium ein Ihnen vorliegendes Angebot steht und was vor Ihnen liegt.

Mag. Florian KultererKonzessionierter Immobilienmakler & Sachverständiger (Graz)
Seit über 10 Jahren Spezialist für Bauherrenmodelle, Zinshäuser und steueroptimierte Anlagestrategien in Graz und der Steiermark.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Bauherrenmodell insgesamt?
Vom Beitritt bis zum Ende der Abschreibungsphase sind es typisch 17–22 Jahre. Die Bau-/Sanierungsphase dauert 1–3 Jahre, die 15-jährige beschleunigte Abschreibungsphase beginnt mit Fertigstellung.
Was passiert wenn die Bauphase länger dauert als geplant?
Verzögerungen verschieben den Beginn der Mieteinnahmen und damit die Gesamtrechnung. Der Steuereffekt beginnt jedoch schon mit dem Aufwand, nicht erst mit der Vermietung. Bauverzug ist häufig und sollte in der Prognose berücksichtigt sein.
Was ist meine Rolle als Miteigentümer?
Sie wirken als wirtschaftlicher Bauherr an wesentlichen Entscheidungen mit, stimmen in der Miteigentümergemeinschaft ab und deklarieren die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung jährlich in Ihrer Steuererklärung.
Kann ich meinen Anteil verkaufen?
Prinzipiell ja, aber der Zweitmarkt für Miteigentumsanteile ist dünn. Ein Verkauf ist möglich, aber oft nur mit Abschlag und nicht kurzfristig. Das Bauherrenmodell ist für langfristige Investoren konzipiert.
Wann erhalte ich erste Mieteinnahmen?
Nach Abschluss der Bau-/Sanierungsphase und Vermietung des Gebäudes — typischerweise 18–36 Monate nach Beitritt. In der Bauphase gibt es keine Mieteinnahmen, aber bereits Steuereffekte durch entstehende Aufwendungen.